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Produktname |
Tetrahydro-2H-thiopyran-4-carbaldehyd-1,1-dioxid |
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CAS-Nummer |
494210-61-6 |
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Molekulare Formel |
C6H10O3S |
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Molekulargewicht |
162.21 |
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SMILES-Code |
O=CC(CC1)CCS1(=O)=O |
| MDL-NR | MFCD12400842 |
Chemische Eigenschaften
Diese Verbindung wird typischerweise als kristalliner Feststoff in der Farbe Weiß bis Hellgelb erhalten. Seine Summenformel lautet C6H10O3S, was einem Molekulargewicht von 162,21 entspricht. Der Schmelzpunkt liegt im Allgemeinen im Bereich von 98–102 Grad. Die berechnete Dichte beträgt unter Umgebungsbedingungen etwa 1,33 g/cm³. Es zeigt eine gute Löslichkeit in polaren organischen Lösungsmitteln wie Methanol, Ethanol und Dimethylsulfoxid, während es in Dichlormethan und Ethylacetat eine mäßige Löslichkeit und in Wasser und unpolaren Lösungsmitteln wie Hexan eine begrenzte Löslichkeit zeigt. Das Molekül besteht aus einem Tetrahydrothiopyran-Ring mit einer Sulfonylgruppe an der 1-Position (1,1-Dioxid) und einem Aldehyd an der 4-Position. Der Aldehyd ist anfällig für Oxidations- und Kondensationsreaktionen, während die Sulfonylgruppe stark polar ist und an Wasserstoffbrückenbindungen teilnehmen kann. Um einer Zersetzung vorzubeugen, wird die Lagerung in dicht verschlossenen, vor Licht und Feuchtigkeit geschützten Behältern bei reduzierter Temperatur empfohlen. Der Kontakt mit starken Oxidationsmitteln und starken Basen sollte vermieden werden.
Beschreibung
Tetrahydro-2H-thiopyran-4-carbaldehyd 1,1-dioxid ist ein funktionalisiertes cyclisches Sulfon, das eine Aldehydgruppe an einem gesättigten sechsgliedrigen Ring trägt. Das Molekül verfügt über einen Thiopyranring, in dem das Schwefelatom vollständig auf Sulfonniveau oxidiert ist, was durch die Sulfonylsauerstoffe eine erhebliche Polarität und die Fähigkeit zur Aufnahme von Wasserstoffbrückenbindungen verleiht. Die Sulfongruppe ist chemisch robust und beständig gegen Oxidation und bietet Stabilität unter einer Vielzahl von Reaktionsbedingungen. Der Aldehyd an der 4-Position dient als elektrophiler Griff für die weitere Funktionalisierung durch reduktive Aminierung, Kondensation oder Oxidationsreaktionen. Das gesättigte Ringsystem führt zu Konformationsflexibilität und behält gleichzeitig definierte räumliche Beziehungen zwischen funktionellen Gruppen bei. Diese Kombination einer polaren, stabilen Sulfoneinheit mit einem reaktiven Aldehyd macht die Verbindung zu einem wertvollen Baustein in der medizinischen Chemie und der organischen Synthese für den Aufbau komplexerer Moleküle, bei denen das Sulfon die physikalisch-chemischen Eigenschaften modulieren kann und der Aldehyd einen Punkt für die Diversifizierung bietet.
Verwendungsmöglichkeiten
Pharmazeutisches Zwischenprodukt
In der Arzneimittelforschung wird dieses Sulfonaldehyd als Baustein für die Synthese von Verbindungen mit potenzieller Wirkung gegen Stoffwechselstörungen und Entzündungen eingesetzt. Die Aldehydgruppe ermöglicht die reduktive Aminierung zur Einführung basischer Aminseitenketten oder die Kondensation mit Hydrazinen zur Bildung von Hydrazon-Pharmakophoren. Die Sulfoneinheit kann die Wasserlöslichkeit verbessern und als Wasserstoffbrückenbindungsakzeptor bei Wechselwirkungen mit biologischen Zielen dienen, während der gesättigte Ring Konformationsflexibilität zur Optimierung der Bindungsgeometrie bietet.
Baustein für heterozyklische Systeme
Die Verbindung dient als Vorstufe für den Aufbau schwefelhaltiger Heterozyklen wie Thiopyrano[4,3 d]pyrimidine und Thiopyrano[3,4 c]pyridine durch Cyclokondensationsreaktionen unter Beteiligung des Aldehyds. Die Sulfongruppe kann beibehalten werden, um die elektronischen Eigenschaften und die Löslichkeit der resultierenden Heterozyklen zu beeinflussen. Diese Ringsysteme werden auf ihre pharmakologischen Eigenschaften untersucht, wobei die Sulfoneinheit durch Wasserstoffbrückenbindungen und polare Wechselwirkungen zu Zielinteraktionen beiträgt.
Mittelstufe für Polymer- und Materialchemie
Die starre zyklische Struktur und die polare Sulfongruppe machen diese Verbindung wertvoll für die Entwicklung funktioneller Polymere und fortschrittlicher Materialien. Der Einbau in Polymergrundgerüste kann die thermische Stabilität verbessern, die Haftung an polaren Substraten verbessern und Stellen für eine weitere Vernetzung einführen. Der Aldehyd bietet einen Ansatzpunkt für die Modifizierung nach der Polymerisation und ermöglicht die Anbindung funktioneller Gruppen für Anwendungen in Beschichtungen, Klebstoffen und Spezialkunststoffen.
Baustein für die organische Synthese
Als vielseitiges synthetisches Zwischenprodukt nimmt Tetrahydro-2H-thiopyran-4-carbaldehyd-1,1-dioxid an verschiedenen Umwandlungen teil, darunter Wittig-Olefinierungen, Grignard-Additionen und Knoevenagel-Kondensationen. Der Aldehyd kann zur Amidkupplung zur entsprechenden Carbonsäure oxidiert oder zur Etherbildung zum Alkohol reduziert werden. Die Sulfongruppe kann benachbarte Carbanionen stabilisieren und so Alkylierungsreaktionen an der Position ermöglichen. Sein Nutzen erstreckt sich auf die Synthese von Naturstoffanaloga und funktionellen Materialien, bei denen die Kombination eines polaren Sulfons und eines reaktiven Aldehyds Möglichkeiten für eine kontrollierte molekulare Ausarbeitung bietet.
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