| Name | 4,4,5,5-Tetramethyl-2-(3-methylbut-2-en-1-yl)-1,3,2-dioxaborolan |
| CAS-Nummer | 141550-13-2 |
Chemische Eigenschaften
Diese Verbindung wird typischerweise als farblose bis blass strohfarbene Flüssigkeit mit einem schwachen kohlenwasserstoffähnlichen Geruch erhalten. Seine Summenformel lautet C11H21BO2, was einem Molekulargewicht von 196,09 entspricht. Der Siedepunkt liegt bei etwa 60–65 Grad bei reduziertem Druck (0,5 mmHg), mit einer berechneten Dichte von etwa 0,89 g/cm³ bei 20 Grad. Es ist mit gängigen organischen Lösungsmitteln wie Dichlormethan, Tetrahydrofuran, Ethylacetat und Hexan frei mischbar und weist in Wasser eine vernachlässigbare Löslichkeit auf. Das Molekül besteht aus einem Pinakolboronatester, der über eine Bor-Kohlenstoff-Bindung an eine Prenylgruppe (3-methylbut-2-en-1-yl) gebunden ist. Der Boronatester ist unter wasserfreien Bedingungen stabil, neigt jedoch in Gegenwart von Feuchtigkeit zu einer langsamen Hydrolyse. Die Alkenyleinheit ist anfällig für elektrophile Additions-, Kreuzmetathese- und Polymerisationsreaktionen. Um einen hydrolytischen Abbau zu verhindern, wird die Lagerung in dicht verschlossenen Behältern unter Inertatmosphäre bei reduzierter Temperatur (2–8 Grad) empfohlen. Der Kontakt mit starken Oxidationsmitteln und starken Säuren sollte vermieden werden.
Beschreibung
4,4,5,5-Tetramethyl-2-(3-methylbut-2-en-1-yl)-1,3,2-dioxaborolan ist ein Allylboronsäureester mit einer Prenylgruppe, die an ein Pinakol-geschütztes Boratom gebunden ist. Die Pinakol-Einheit maskiert die Boronsäure und macht die Verbindung unter normalen Handhabungsbedingungen luft- und feuchtigkeitsstabil, bleibt aber leicht für die Transmetallierung in Kreuzkupplungsreaktionen aktiviert. Die Prenyleinheit führt sowohl einen terminalen Alken- als auch einen Gem-Dimethylzweig ein und verleiht einzigartige Reaktivitätsmuster: Die Doppelbindung kann an der Kreuzmetathese, Epoxidierung oder Hydroborierung von Olefinen beteiligt sein, während der Borgriff Suzuki-Miyaura-Kupplungen mit Aryl-/Heteroarylhalogeniden ermöglicht. Der sterische Anspruch der Pinakolgruppe beeinflusst das stereochemische Ergebnis von Reaktionen, an denen das Allylsystem beteiligt ist. Diese Kombination einer vielseitigen Borfunktionalität mit einer ungesättigten, verzweigten Alkylkette macht die Verbindung zu einem wertvollen Baustein für den Aufbau komplexer Moleküle in der Naturstoffsynthese und der medizinischen Chemie, insbesondere dort, wo das Prenylmotiv in bioaktiven Terpenen und Alkaloiden vorherrscht.
Verwendungsmöglichkeiten
Synthetisches Zwischenprodukt für Naturprodukte
Der Prenylboronatester dient als Schlüsselbaustein bei der Synthese von Terpenen, Meroterpenen und prenylierten aromatischen Verbindungen. Durch Suzuki-Kupplung mit halogenierten Aromaten oder Heterocyclen ermöglicht es die Einführung der Prenylseitenkette, die durch allylische Oxidation, Epoxidierung oder Cyclisierung weiter ausgearbeitet werden kann, um Zugang zu komplexen Naturstoffgerüsten zu erhalten.
Baustein für bioaktive Moleküle
In der medizinischen Chemie wird diese Verbindung zum Einbau von Prenylgruppen in Arzneimittelkandidaten eingesetzt. Die Prenylierung erhöht häufig die Membranaffinität und die biologische Aktivität, indem sie Wechselwirkungen mit Lipiddoppelschichten oder hydrophoben Proteintaschen erleichtert. Der Boronatgriff ermöglicht eine Diversifizierung im Spätstadium unter milden Bedingungen und ermöglicht so eine schnelle Untersuchung der Struktur-{3}Aktivitätsbeziehungen rund um die Prenyleinheit.
Cross-Metathese-Partner
Das terminale Alken der Prenylgruppe nimmt an durch Rutheniumkomplexe katalysierten Olefin-Kreuzmetathesereaktionen teil und bietet so Zugang zu einer Vielzahl funktionalisierter Alkene mit definierter Stereochemie. Diese Strategie wird verwendet, um Bibliotheken von Analoga mit modifizierten Seitenketten für die Arzneimittelforschung und die Entwicklung von Agrochemikalien zu erstellen.
Polymer- und Materialchemie
Die doppelte Funktionalität dieser Verbindung -ein Alken zur Polymerisation und ein Boronat zur Vernetzung-vernetzend- macht sie für die Synthese funktioneller Polymere wertvoll. Die Copolymerisation mit Vinylmonomeren und die anschließende Kreuzkupplung an den Borstellen ergeben Materialien mit einstellbaren mechanischen und thermischen Eigenschaften, die in Beschichtungen, Klebstoffen und reaktionsfähigen Materialien anwendbar sind.
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