3,5-Difluorisonicotinaldehyd

3,5-Difluorisonicotinaldehyd

CAS-Nummer:870234-98-3
Summenformel:C6H3F2NO
Molekulargewicht: 143,09
SMILES Code:FC1=CN=CC(F)=C1C=O

Produkteinführung
Produktname 3,5-Difluorisonicotinaldehyd
CAS-Nummer 870234-98-3
Molekulare Formel C6H3F2NO
Molekulargewicht 143.09
SMILES-Code FC1=CN=CC(F)=C1C=O
MDL-Nr. MFCD07368235

 

Chemische Eigenschaften

 

Diese Verbindung wird typischerweise als kristalliner Feststoff isoliert, der von weiß bis hellgelb reicht. Seine Summenformel lautet C6H3F2NO mit einem Molekulargewicht von 143,09. Der Schmelzpunkt liegt im Bereich von 72–76 Grad, was auf ein gut definiertes Kristallgitter hinweist. Die berechnete Dichte beträgt unter Umgebungsbedingungen etwa 1,45 g/cm³. Es zeigt eine gute Löslichkeit in üblichen organischen Lösungsmitteln wie Dichlormethan, Ethylacetat, Tetrahydrofuran und Dimethylsulfoxid, während es eine begrenzte Löslichkeit in Wasser und eine vernachlässigbare Affinität zu aliphatischen Kohlenwasserstoffen wie Hexan zeigt. Das Molekül verfügt über einen Pyridinring, der an den Positionen 3 und 5 durch zwei Fluoratome substituiert ist, und eine Aldehydgruppe an der Position 4. Die elektronenziehenden Fluoratome erhöhen die Elektrophilie des Aldehydkohlenstoffs und erhöhen so seine Reaktivität gegenüber Nukleophilen. Um Oxidation und Aldehydzersetzung zu verhindern, wird die Lagerung in dicht verschlossenen bernsteinfarbenen Behältern unter Inertatmosphäre bei reduzierter Temperatur (2–8 Grad) empfohlen. Der Kontakt mit starken Oxidationsmitteln und starken Basen sollte vermieden werden.

 

Beschreibung

 

3,5-Difluorisonicotinaldehyd ist ein trisubstituiertes Pyridinderivat mit zwei Fluoratomen, die symmetrisch meta zueinander positioniert sind, und einer Aldehydgruppe in der 4--Position. Der Pyridinstickstoff führt zu einem Elektronenmangel im aromatischen Ring, der durch die beiden elektronenziehenden Fluoratome noch verstärkt wird, wodurch ein stark polarisiertes π-System entsteht. Diese elektronische Umgebung macht den Aldehyd außerordentlich anfällig für nukleophile Angriffe und erleichtert Kondensationsreaktionen mit Aminen, Hydrazinen und aktiven Methylenverbindungen. Die Fluoratome dienen unter geeigneten Bedingungen auch als Griffe für eine mögliche nukleophile aromatische Substitution und ermöglichen die sequentielle Einführung verschiedener Substituenten. Die kompakte, hochfunktionalisierte Architektur macht dieses Molekül zu einem wertvollen Zwischenprodukt für den Aufbau komplexer heteroaromatischer Systeme, bei denen eine präzise elektronische Abstimmung und mehrere reaktive Stellen erforderlich sind.

 

Verwendungsmöglichkeiten

 

Pharmazeutisches Zwischenprodukt
In der Arzneimittelforschung dient dieser fluorierte Aldehyd als Baustein für den Aufbau von Kinaseinhibitoren und Enzymmodulatoren. Die Aldehydgruppe ermöglicht die reduktive Aminierung zur Einführung basischer Aminseitenketten, während die Fluoratome die Stoffwechselstabilität verbessern und die Bindungsaffinität durch Dipolwechselwirkungen mit Proteinzielen beeinflussen. Derivate, die dieses Gerüst enthalten, wurden in Programmen für Infektionskrankheiten und Onkologie untersucht, bei denen der Pyridinkern Wasserstoffbrückenbindungen mit Resten im aktiven Zentrum eingehen kann.


Agrochemische Forschung
Die Verbindung wird bei der Synthese neuartiger Fungizide und Herbizide mit verbesserten Umweltprofilen eingesetzt. Der elektronenarme Pyridinring kann mit Schlüsselenzymen in Pflanzenpathogenen wie der Succinatdehydrogenase interagieren, während der Aldehyd die Anlagerung von Oximether- oder Hydrazoneinheiten ermöglicht, die die Biosynthese der Pilzmembran stören. Die Fluoratome tragen zu einer längeren Feldaktivität bei, indem sie dem oxidativen Abbau widerstehen.


Koordinationschemie
Der Pyridinstickstoff kann in Kombination mit dem Aldehydsauerstoff nach entsprechender Derivatisierung als zweizähniger Ligand für Übergangsmetalle fungieren. Von diesem Gerüst abgeleitete Metallkomplexe werden auf ihre katalytische Aktivität in Oxidations- und Kreuzkupplungsreaktionen untersucht. Die elektronenziehenden Fluore modulieren die Lewis-Acidität des Metallzentrums und ermöglichen so eine Feinabstimmung der Katalysatorleistung.


Baustein für die organische Synthese
Als vielseitiges heteroaromatisches Zwischenprodukt nimmt 3,5-Difluorisonicotinaldehyd an verschiedenen Umwandlungen teil, darunter Wittig-Olefinierung, Grignard-Addition und Kondensation mit Hydrazinen zur Bildung von Hydrazonen. Zur weiteren Funktionalisierung kann der Aldehyd zur entsprechenden Carbonsäure oxidiert oder zum Alkohol reduziert werden. Die Fluoratome aktivieren den Ring zur nukleophilen Substitution und ermöglichen so die sequenzielle Einführung von Aminen, Alkoxiden oder Thiolen, um Bibliotheken polysubstituierter Pyridine für die Methodenentwicklung und Naturstoffsynthese zu erzeugen.

 

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