Tetramethylnaphthalin-1,4,5,8-tetracarboxylat

Tetramethylnaphthalin-1,4,5,8-tetracarboxylat

CAS-Nummer: 31996-10-8

Produkteinführung
Produktname Tetramethylnaphthalin-1,4,5,8-tetracarboxylat
CAS-Nummer 31996-10-8

 

Chemische Eigenschaften

 

Diese Substanz wird typischerweise als weißes bis hellgelbes kristallines Pulver mit einem schwachen esterähnlichen Geruch erhalten. Der Schmelzpunkt liegt im Allgemeinen im Bereich von 196–200 Grad, was ein hochgeordnetes Kristallgitter widerspiegelt. Die berechnete Dichte beträgt unter Umgebungsbedingungen etwa 1,34 g/cm³, mit einer Summenformel von C18H16O8 und einem Molekulargewicht von 360,31. Es weist eine gute Löslichkeit in chlorierten Lösungsmitteln wie Chloroform und Dichlormethan sowie in aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Toluol und polaren aprotischen Lösungsmitteln wie Tetrahydrofuran und Dimethylsulfoxid auf. Die Verbindung zeigt eine begrenzte Löslichkeit in Methanol und Ethanol und eine vernachlässigbare Löslichkeit in Wasser und aliphatischen Kohlenwasserstoffen wie Hexan. Die vier Esterfunktionen machen es anfällig für Hydrolyse unter stark sauren oder basischen Bedingungen, wodurch die entsprechende Tetracarbonsäure entsteht. Die Lagerung in einem dicht verschlossenen, vor Licht und Feuchtigkeit geschützten Behälter bei Umgebungstemperatur ist im Allgemeinen ausreichend. Bei längerer Lagerung werden jedoch trockene Bedingungen empfohlen. Der Kontakt mit starken Basen, starken Säuren und Reduktionsmitteln wie Lithiumaluminiumhydrid sollte mit geeigneten Laborvorkehrungen gehandhabt werden.

 

Beschreibung

 

Tetramethylnaphthalin-1,4,5,8-tetracarboxylat stellt ein vollständig verestertes Derivat von Naphthalin-1,4,5,8-tetracarbonsäure dar, wobei vier Methylestergruppen an den Positionen 1,4,5 und 8 des Naphthalinkerns positioniert sind. Durch dieses symmetrische Substitutionsmuster entsteht ein Molekül mit einem starren, planaren aromatischen Gerüst, umgeben von vier Esterfunktionen, die aus dem Ringsystem herausragen. Der Naphthalinkern sorgt für eine erweiterte π-Konjugation und inhärente Fluoreszenzeigenschaften, während die Estergruppen als geschützte Carbonsäuregriffe für die weitere Derivatisierung dienen. Das 1,4,5,8-Substitutionsmuster platziert Estergruppen an beiden peri-Positionen jedes Rings und erzeugt so eine sterische Überfüllung, die die Konformationspräferenzen und die Reaktivität des Moleküls beeinflusst. Dieses hochfunktionalisierte Naphthalinderivat dient als vielseitiger Baustein für den Aufbau organischer elektronischer Materialien, Koordinationspolymere und Fluoreszenzsonden, wobei die Kombination eines starren aromatischen Kerns mit mehreren orthogonalen Funktionalisierungsstellen strategisch genutzt wird.

 

Verwendungsmöglichkeiten

 

Organische Elektronik und Materialwissenschaft
Auf dem Gebiet der organischen Elektronik dient diese Verbindung als Vorläufer für die Synthese von Naphthalindiimid-Derivaten, die wichtige Halbleiter vom Typ n-für organische Feldeffekttransistoren und organische Photovoltaik sind. Die vier Estergruppen können durch Reaktion mit primären Aminen in Imide umgewandelt werden, wodurch Materialien mit einstellbaren Energieniveaus und Ladungstransporteigenschaften entstehen. Der starre Naphthalinkern fördert die π--Stapelung und die Bildung geordneter dünner Filme, was für eine effiziente Ladungsträgermobilität in elektronischen Geräten unerlässlich ist.


Koordinationspolymere und Metall-organische Gerüste
Durch Hydrolyse des Tetramethylesters entsteht Naphthalin-1,4,5,8-tetracarbonsäure, ein vielseitiger Ligand zum Aufbau metallorganischer Gerüste mit porösen Strukturen. Diese Materialien werden für Anwendungen in der Gasspeicherung, -trennung und -katalyse untersucht. Der starre, planare Tetracarboxylat-Linker verleiht den resultierenden Gerüsten eine wohldefinierte Geometrie und ermöglicht so eine vorhersagbare Porenarchitektur und große Oberflächen. Die Esterform ermöglicht eine kontrollierte In-situ-Hydrolyse während der Gerüstsynthese und beeinflusst die Kristallisationskinetik und Kristallmorphologie.


Fluoreszierende Sonden und Sensoranwendungen
Der Naphthalinkern weist eine intrinsische Fluoreszenz auf, die durch die elektronenziehenden Estersubstituenten moduliert werden kann. Derivate dieser Verbindung werden bei der Entwicklung von Fluoreszenzsensoren für Metallionen, nitroaromatische Sprengstoffe und biologische Analyten eingesetzt. Die Estergruppen können selektiv modifiziert werden, um Erkennungselemente einzuführen und gleichzeitig die photophysikalischen Eigenschaften des Fluorophors beizubehalten. Die Stabilität und Quantenausbeute der Verbindung machen sie für den Einbau in polymere Sensorfilme und nanopartikelbasierte Detektionsplattformen geeignet.


Synthetisches Zwischenprodukt für die organische Synthese
Als multifunktionaler aromatischer Baustein dient diese Verbindung als Ausgangsmaterial für die Synthese einer breiten Palette funktioneller Moleküle auf Naphthalin---Basis. Die Estergruppen können selektiv zu Hydroxymethylgruppen reduziert, für biologische Anwendungen in Amide umgewandelt oder durch Standardmanipulationen in andere funktionelle Gruppen umgewandelt werden. Das 1,4,5,8-Substitutionsmuster ermöglicht die Synthese symmetrisch und unsymmetrisch substituierter Naphthalinderivate zur Untersuchung von Struktur-{7}Eigenschaftsbeziehungen in Materialchemie- und medizinischen Chemieprogrammen, die auf DNA-Interkalatoren und Topoisomerase-Inhibitoren abzielen.

 

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