| Produktname | 4-Chlor-3,5-difluoranilin |
| CAS-Nummer | 2613-33-4 |
Chemische Eigenschaften
Diese Substanz manifestiert sich typischerweise als weißes bis hellbeiges kristallines Pulver mit einem schwachen aminähnlichen Charakter. Der Schmelzpunkt liegt im Allgemeinen im Bereich von 75–79 Grad, während der Siedepunkt bei Atmosphärendruck auf etwa 235–240 Grad geschätzt wird. Die berechnete Dichte beträgt unter Standardbedingungen etwa 1,51 g/cm³. Es löst sich leicht in üblichen organischen Lösungsmitteln wie Methanol, Ethanol, Aceton, Ethylacetat und Dichlormethan, weist jedoch eine begrenzte Löslichkeit in Wasser und eine vernachlässigbare Affinität zu aliphatischen Kohlenwasserstoffen wie Petrolether auf. Die Verbindung bleibt unter wasserfreien Bedingungen stabil, kann sich jedoch bei längerer Einwirkung von Licht oder Luftsauerstoff allmählich verfärben. Die Lagerung in einem dicht verschlossenen, vor Licht geschützten Behälter bei Umgebungstemperatur ist im Allgemeinen ausreichend, bei empfindlichen Anwendungen kann die Kühlung jedoch die Haltbarkeit verlängern. Der Kontakt mit starken Oxidationsmitteln, Säurechloriden und Isocyanaten sollte aufgrund der reaktiven primären Aminfunktionalität mit geeigneten Vorsichtsmaßnahmen gehandhabt werden.
Beschreibung
4-Chlor-3,5-Difluoranilin verkörpert ein symmetrisch trisubstituiertes Anilingerüst, wobei ein Chloratom die 4-Position einnimmt und Fluoratome sowohl in der 3- als auch in der 5-Position relativ zur Aminogruppe positioniert sind. Durch dieses Substitutionsmuster entsteht ein Molekül mit einer charakteristischen elektronischen Topographie: Die beiden Fluoratome, die das Chlor flankieren, üben durch induktive Effekte einen starken elektronenziehenden Einfluss aus, wodurch die Basizität des Anilinstickstoffs im Vergleich zu unsubstituiertem Anilin deutlich verringert wird. Die symmetrische Anordnung der drei Halogene verleiht dem aromatischen Ring eine ausgewogene Polarität, während durch die Aminogruppe ein einziger reaktiver Vektor erhalten bleibt. Das Chloratom an der para-Position bietet einen zusätzlichen Ansatzpunkt für die anschließende Funktionalisierung durch nukleophile aromatische Substitution oder Kreuzkupplungschemie. Dieses dicht halogenierte Anilin dient als vielseitiger Einstiegspunkt in vielfältig substituierte aromatische Systeme, bei denen eine präzise Kontrolle der elektronischen Eigenschaften und der orthogonalen Reaktivität für den Aufbau komplexer molekularer Architekturen unerlässlich ist.
Verwendungsmöglichkeiten
Pharmazeutische Synthese
In medizinischen Chemieprogrammen wird dieses halogenierte Anilin häufig als Baustein für den Aufbau von Kinaseinhibitoren, Ionenkanalmodulatoren und antimikrobiellen Wirkstoffen verwendet. Die Aminogruppe ermöglicht die bequeme Bildung von Amidbindungen mit Carbonsäure-haltigen Pharmakophoren oder die Umwandlung in Harnstoffe und Carbamate. Das 3,5--Difluor-4-chlor-Substitutionsmuster wurde genutzt, um die Stoffwechselstabilität und Zielbindungsaffinität in Arzneimittelkandidaten für die Onkologie und Infektionskrankheiten zu verbessern. Das Chloratom kann an weiteren Kreuzkupplungsreaktionen teilnehmen oder als Abgangsgruppe für die nukleophile Verdrängung zur Einführung verschiedener Substituenten dienen.
Agrochemische Entwicklung
In der Pflanzenschutzforschung fungiert diese Verbindung als Schlüsselzwischenprodukt für die Synthese neuartiger Insektizide, Fungizide und Herbizide mit verbesserten Selektivitätsprofilen. Der elektronenarme aromatische Ring erleichtert die Bindung an Cytochrom-P450-Enzyme und eisenhaltige Ziele in phytopathogenen Organismen. Durch die Kopplung dieses Anilins mit verschiedenen heterozyklischen Kernen durch Palladium-katalysierte Aminierung wurden Leitstrukturen erzeugt, die gegen Schmetterlingsschädlinge und Pilzpathogene wirksam sind, die Obst- und Gemüsepflanzen befallen. Das symmetrische Halogenierungsmuster trägt zu einer günstigen Umweltpersistenz bei und sorgt gleichzeitig für eine ausreichende biologische Abbaubarkeit für akzeptable ökotoxikologische Profile.
Materialwissenschaftliche Anwendungen
Die einzigartigen elektronischen Eigenschaften von 4-Chlor-3,5-difluoranilin machen es wertvoll für die Entwicklung organischer Halbleiter und Koordinationspolymere. Die elektronenziehenden Fluoratome senken die Energieniveaus der Molekülorbitale und erleichtern so den Elektronentransport in n-Typ-Materialien für organische Feldeffekttransistoren und Photovoltaikgeräte. Die Aminogruppe ermöglicht den kovalenten Einbau in Polyimide und Polyamide mit verbesserter thermischer Stabilität und dielektrischen Eigenschaften, während das Chloratom für kristalltechnische Anwendungen Halogenbindungen eingehen kann.
Erforschung synthetischer Methoden
Als multifunktionales aromatisches Substrat dient diese Verbindung als Testplattform für die Entwicklung neuer Transformationen in der Anilin- und Organohalogenchemie. Die unterschiedliche Reaktivität der aromatischen CF- gegenüber C-Cl-Bindungen ermöglicht Studien zu chemoselektiven Kreuzkupplungen und sequentiellen Funktionalisierungsprotokollen. Das symmetrische Substitutionsmuster erleichtert Untersuchungen gerichteter ortho-Metallierungsstrategien und übergangs-metall-freier Kopplungsprozesse. Seine gut-charakterisierte Reaktivität macht es zu einem wertvollen Substrat für die Methodenentwicklung in Bereichen wie C-H-Aminierung, Chan-Lam-Kupplungen und der Synthese polyhalogenierter Heterocyclen durch Kaskadencyclisierungsreaktionen.
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